Charme der analogen Welt, in digitalisierter Form

Erst vor kurzem wurde ich auf den Geschmack der analogen Fotografie gebracht. Kurze Zeit später war die Wohnung meiner Eltern auf den Kopf gestellt, und ich wieder im Besitz einer Konica Autoreflex TC mit einem Konica Hexanon AR 50/1,7 Objektiv, die Kamera welche ich “unbewusst” in meiner Kindheit benutzt habe.

Auf dem Heimweg noch schnell rein in einen Drogerieladen und schon war die alte Konica mit einem Agfa APX 100 S/W Film geladen und schießbereit. Es ging dann auf Motivsuche ins Inntal übers Wochenende. Nachdem der erste Film endlich voll und entwickelt war, kamen dann mehrere Erkenntnisse:

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  • Die Motive springen nicht von selbst vor die Linse, auch nicht wenn man mit einer analogen Kamera unterwegs ist
  • Man wird noch öfters angesprochen, als mit einer DSLR mit einem weißen Canonenrohr
  • Vor jeder Auslösung denkt man sich “Wirklich, lohnt sich das?”
  • Viel mehr Bilder haben weniger den Schnappschusscharakter
  • Ständig ist man im Konflikt, auf der einen Seite will man die Bilder sofort sehen also den Film vollbekommen und entwickeln, auf der anderen Seite möchte man den Film nicht für Schnappschüsse verschwenden. Ich sags euch, mit diesem Konflikt kann es sehr lange dauern einen Film mit 36 Bildern vollzubekommen

Mittlerweile hat sich meine analoge Ausrüstung vergrößert. Neben einer Canon new F1 kamen auch entsprechende Canon FD Linsen hinzu. Schöner Nebeneffekt, die Linsen kann ich auch dank Adapter an meiner Olympus OM-D EM5 nutzen.

Da man die Bilder dann doch auch noch irgendwie nicht nur in der analogen Rohform vorhalten will, musste ein Analog Digital Wandler her. Die anfänglichen Versuche bestanden aus einem Aufbau mit iPad, Stativ und Olympus OM-D EM5 mit der Macrofunktion der Kitlinse.P1260023

Mit viel Geduld sind die Ergebnisse für Präsentationen im Web ausreichend, und ich könnte mir sogar vorstellen das kleine Ausbelichtungen mit den Ergebnissen möglich sind. Das Gefummel ist aber enorm bis ein vernünftiges Bild digitalisiert wurde.

So gesellte sich ein Reflecta ProScan 7200 Scanner zu meiner Ausrüstung, welchen ich mehr oder weniger durch einen dummen Zufall sehr günstig erstanden habe. Wer hin und wieder mal einen Film, oder ein paar Dias digitalisieren will, dem kann ich dieses Gerät nur empfehlen. Die Ergebnisse können sich definitiv sehen lassen. Der Scanner ist kompakt und relativ schnell und die Staubentfernung funktioniert gut. Als Ergebnis erzeugt er knapp 16MPixel große Bilder, dank ca. echter 3200DPI. Ein guter Test dazu kann der Filmscanner Website entnommen werden. Einzig die mitgelieferte Software ist, naja… sagen wir es mal “ausbaufähig”. Wer seine Diasammlung damit digitalisieren will, sollte ein Gerät mit automatischem Einzug nehmen, oder sehr viel Zeit bei der Nutzung des ProScan 7200 mitbringen, da hier der Filmhalter per Hand nach jedem gescannten Bild verschoben werden muss. Ein Bild in voller Auflösung und mit 16bit zu scannen, dauert ca. 2 Minuten, dabei erzeugt der Scanner ca. 100MB große Tif-Dateien (bei S/W Negativen).

Anbei die Ergebnisse meines ersten Filmes. Da der Film nicht in einem Fotolabor, sondern selbst entwickelt wurde, sind leider paar Wasserflecken darauf. Leider bin ich bis heute noch nicht dazu gekommen, ihm ein Wasserbad zu gönnen und nochmal zu trocknen. Gerne würde ich noch mehr zeigen, aber ich bin gerade erst bei Bild 10 bei meinem zweiten Film bzw. ersten in der Canon F1… :-(

 

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